Gefällt dir DAS SARS?

Dann gefällt es dir auch auf Facebook.

2011/09/22

Ex zu sein bedarf es wenig…

…und wer schön ist, ist ein König. Klar soweit? Ich bin im Begriff, es zu erklären.
Der Umgang mit Ex-Partnern gleicht einem Eiertanz. Insbesondere dann, wenn man auch im weiteren Lebensverlauf einen halbwegs friedfertigen Kontakt pflegen möchte. Man mag noch so tolerant und aufgeschlossen sein – irgendwo bleibt nach dem Ende einer Beziehung immer ein Körnchen Rest-Beleidigung übrig, das im Getriebe des freundschaftlichen Miteinanders herumkullert. Eben dieses Körnchen liegt zwischen dem was früher war und dem, was man zu sein versucht. Schliesslich bleibt eine Beziehung auch nach einer selbstbestimmten Formatierung auf der Festplatte gespeichert. Wir sind ja Menschen. Und ich im Speziellen eine Frau. Wie bei anderen XX-Chromosomen-Trägerinnen beobachte ich auch bei mir zeitweilen ein nur schwer erklärbares Verhalten im Umgang mit Ex-Partnern. Uns wohnt nämlich der natürliche Zwang inne, immer unheimlich gut aussehen zu wollen, wenn wir einem Ex begegnen. Das ist noch relativ einfach zu erklären. Damit versuchen wir, gleich mehrere Fragen mit einem Outfit, einer Frisur, einem Make-Up und einem Paar Schuhen zu beantworten. Ja, ich bin glücklich. Ja, ich bin glücklicher als du. Ja, ich bin glücklicher, seit wir nicht mehr zusammen sind. Ja, ich entwickle mich schneller als du. Ja, ich sehe besser aus als je zuvor. Und ja, ich würde mich auch noch wollen wenn ich du wäre. Soweit so gut. Das ist nicht für alle nachvollziehbar, aber wir Frauen sind so. Wir sind auch imstande, einer zufälligen Begegnung kurzfristig zu entfliehen, wenn wir nach einem langen Arbeitstag komplett fertig aussehen. Und dies alles ungeachtet der Tatsache, dass wir unseren Ex weder begehren noch vermissen. Wir inszenieren und dramatisieren einfach gerne unser persönliches Glück und illustrieren damit die Verbesserung unserer Lebenssituation seit der Trennung.
Es gibt eine Steigerungsform der Begegnung mit dem Ex. Die Begegnung mit dem Ex und seiner Neuen. Mal ehrlich, meine Damen - sie muss zwingend fetter, hässlicher, ungepflegter, dümmer oder älter sein als wir. Dann hat sie sogar eine Chance auf unsere Akzeptanz. Übertrifft sie den optischen Level, den wir ihr zugestehen, dann ist das freundschaftliche Verhältnis zum Ex Geschichte und wir tun unser Bestes, die perfekten Zähne der oberflächlichen Schlampe so schnell als möglich zu vergessen. Natürlich behalten wir uns vor, ihn über ihre offensichtlichen charakterlichen Defizite aufzuklären, wenn der Ex eines schönen Tages heulend und frisch verlassen angekrochen kommt.
Wenn die Neue des Ex ausgesprochen deutlich fetter, hässlicher, ungepflegter, dümmer oder älter ist als man selbst, dann bleibt uns ein stummes Kopfschütteln und ein innerlich ausformuliertes „Das ist doch unter deiner Würde“. Wir fühlen uns gar beleidigt, weil uns dies nachträglich auf die gleiche Stufe runterzieht. Schliesslich waren wir ja auch mal an seiner Seite und es kann ja nicht sein, dass er sich mit sowas begnügt.
Kurz und ungut: Wir haben so unsere Probleme wenn frühere Partner noch immer präsent sind. Und ganz selbstverständlich haben wir auch Probleme mit der Ex unseres Neuen. Schliesslich wissen wir ganz genau, wie sie uns ansieht.

2011/06/08

Literatur ist Gift

Wer mich kennt, der kennt auch meine tiefgreifende Abneigung gegen das Lesen. Sie hat durchaus ihre Daseinsberechtigung und resultiert aus mehreren Enttäuschungen, die ich durch das Lesen erfahren habe. Vielleicht sind meine Erwartungen zu hoch. Vielleicht überlege ich selbst zu viel und zeige zu wenig Hingabe und blindes Vertrauen für fremde Texte. Eine Zeitung schreckt mich, weil ich weiss dass sie ein Medium zur Manipulierung der Masse ist. Eine Zeitschrift nehme ich nicht ernst, weil ich weiss dass ihr seit Ausgabe Nummer fünf die wirklich interessanten Themen längst ausgegangen sind. Ein Buch ist mein ärgster Feind, wenn es nicht über einen überdurchschnittlich hohen Bildanteil verfügt.
Meiner Meinung nach gibt es zwei Gründe, die das Lesen von Büchern rechtfertigen könnten. Könnten. Dies ist zum Einen das Erlangen von bisher unbekannter aber durchaus erwünschter Information und zum Anderen die Unterhaltung. Die Erkenntnis darüber, dass selbst Fachliteratur zu achtzig Prozent aus der Rechtfertigung des Autors für sein Schreiben besteht, bringt den ersten meiner Gründe bereits wieder ins Wanken. Bücher zeigen mir zu vieles, was ich nicht sehen will. Sie enttäuschen und beleidigen mich. Denn in Wahrheit ist das Wesentliche schnell gesagt und auch geschrieben. Alles was nicht relevant ist, strapaziert meinen Speicher und ich sehe keinen Sinn darin, meine Zeit damit zu verschwenden. Noch während dem gedanklichen Ausformulieren dieser mehr als radikalen Sichtweise, präsentiert mir der junge Mann vor mir an der Kiosk-Kasse die Lösung. Das Einzige, was meiner Ansicht nach jemals eine Berechtigung haben würde, zwischen zwei Buchdeckeln gedruckt zu werden. Es trägt die Aufschrift „Lustiges Taschenbuch“.

2011/03/29

Kammerflimmern

Wann ist man ein Paar?
Als wir in jungen Jahren erste amouröse Gefühle entwickelten, gipfelten diese oft in Ja/Nein/Vielleicht-Zettelbotschaften. Ich schätze, dass „vielleicht“ bereits damals die bevorzugte Antwort war. Sie lässt gerade genug Spielraum, um nicht zu verletzen und trotzdem eine Tür offen. Man könnte denken, dass mit dem Erwachsenwerden der Umgang mit dem „Vielleicht“ einfacher und vernünftiger würde. Aber so ist es nicht. Nach mehreren gescheiterten Beziehungen kann man zum Trugschluss kommen, es wäre einfacher, nicht Teil eines Paares zu sein. In Wahrheit ist es ein hartes Stück Arbeit, kein Paar zu sein. Man wägt sehr genau ab, um nicht zu viele Gefühle in eine Sache zu investieren, deren Kurs man nicht kennt. Anzusprechen was einem wichtig ist, könnte verheerende Auswirkungen haben. Schliesslich weiss man nie, wie sehr das Gegenüber an einem „Vielleicht“ hängt, ein „Ja“ verabscheut oder gar zu einem „Nein“ tendiert. Kurz und gut – von unbeschwertem Miteinander kann keine Rede sein. Schliesslich vermutet man zu jeder Zeit ein Ungleichgewicht, bei dem man selbst als Zweiter dastehen würde. Man verstaut also die emotionale Zeitbombe in der hintersten Herzkammer und hofft, dass man der Einzige bleiben wird, der ihr Ticken hören kann.

Jede Veränderung in Richtung Verbindlichkeit geht mit der Verpflichtung einher, etwas anderes zu sein als man bis anhin war. Und das, obwohl man bisher möglicherweise bereits war, was man nur nicht so benannte.
Was passiert also, wenn ein monatelanges „Vielleicht“ zu einem plötzlichen „Ja“ wird? Zählen dann von jetzt auf gleich andere Werte, andere Ziele und andere Regeln als bis anhin? Überschätzt man die Auswirkungen dieser Neuerung sogar und setzt sich unter einen unnötigen Druck? Oder würde man sich für die Dauer einer möglichen Beziehung als Trostpreis fühlen?