2017/01/06
Ohne Gemeinschaftskarte kein Spiel
Für viele Frauen ist Mutterschaft eine Art heiliger Gral, nach dem sie schon seit ihrer Geschlechtsreife streben. Ohne Zweifel, ohne Bedingungen, ohne Forderungen. Selbstlos und mit viel Kraft und Voraussicht für jede Was-wäre-wenn-Situation. Sie sind sich der Entscheidung für ein Kind so sicher, dass sie kein Schicksalsschlag und keine Konstellationsveränderung davon abhalten würde, eine gute Mutter zu sein. Aus meiner Sicht ist das auch die einzig richtige Einstellung zu dieser schwerwiegenden Entscheidung. Ich hingegen habe eine Andere.
Wer mich kennt, der weiss, dass ich mich in der Schlange beim Storch nur ungern einreihen und erst recht nicht vordrängeln würde. Der Grund dafür ist komplex, aber schnell erklärt. Ich bin zu egoistisch und zu anspruchsvoll für aufopfernde und bedingungslose Mutterschaft. Ein Kind allein würde mir nicht reichen. Ich möchte auch den dazugehörigen Mann, der glücklich und bei mir zu bleiben und gefälligst erst nach mir abzuleben hat. Und damit nicht genug. Ich möchte Eltern, Geschwister, Freunde, Verwandte, Bekannte und Nachbarn, die mir menschlich und geografisch so nah wie möglich sind und die spontan vorbeikommen. Ich möchte eine Tür, die allen offen steht. Ich möchte einen grossen Tisch, an dem immer Platz für einen Teller mehr ist. Ich möchte immer was zu lachen und zu trinken. Ich möchte alles, was mich davon abhält, eines langweiligen Tages Tontopf-Figuren zu basteln und mein Kind als einzigen Gesprächspartner zu haben.
Nein, Mutterschaft allein würde mir nicht reichen. Es müsste schon eine Familie sein.
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2016/11/21
Das elfte Gebot
Es gibt so viele Menschen auf der Erde, dass es einem einstweilen unmöglich erscheint, auf einen zu treffen, der zu einem passt. Manche finden einander auf einem anderen Kontinent. Manche verlieren sich aus den Augen und treffen sich nach Jahrzehnten wieder. Manche lernen sich da kennen, wo sie eigentlich nicht sein sollten. Viele Geschichten des Kennenlernens zweier Menschen sind voller Verkettungen von Umständen, wie man sie sich kaum vorstellen kann. Was sie zusammengeführt hat, ist oftmals so unglaublich, dass sich selbst ihre Urenkel noch kopfschüttelnd daran erinnern werden. Auch wenn ich persönlich der Meinung bin, dass es für jeden mehrere Menschen gibt, die ihn ganz gut ergänzen: Jemanden zu treffen, der zu einem passt, grenzt fast schon an ein Wunder. Ein Mensch, der dir das Gefühl gibt, hübsch und liebenswert zu sein. Der sich Zeit für dich nimmt, die er gar nicht hat. Ein Mensch, dank dem du wieder Musik hören kannst, ohne dass es weh tut. Der dich scheinbar ohne Grund zum Lächeln bringt. Der dich nicht ändern will und den du genau so haben möchtest, wie er ist. Ein Mensch, der dich nicht aufgibt, auch wenn er dich mal nicht versteht. Einer, der - ohne es zu wissen - deine Freude an dem wiedererweckt, was dich mal ausgemacht hat. Wenn du so einen Menschen findest, ohne ihn gesucht zu haben, dann sagst du nicht Nein zu ihm. Auch wenn du ihn ohne Drama, Weltreise oder spektakuläre Wendungen ganz in deiner Nähe gefunden hast. (Du sollst Ja zu ihm sagen.)
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2016/06/28
Unverbindlichkeits-Unverträglichkeit
Für zwei junge Frauen war es der klassische Samstagabend, an dem sie mit einer Freundin ein paar Stunden totschlagen und später allein zu Bett gehen würden. Und ich habe sie einen kurzen Moment bei ihren Gesprächen belauscht. Die eine nenn ich einfach mal Moppelchen (ich darf das – war schliesslich auch mal eins) und die andere Grübchen. Gerade als ich mich ins kaum frequentierte Fumoir begab, fragte Moppelchen Grübchen ganz erwartungsvoll, ob „er“ sich denn gemeldet hätte. Grübchen zückte das Handy. Nein. Heute noch nicht. Aber sie ergänzte betont locker, was das zwischen ihm und ihr doch für eine angenehme Sache sei. Keine Verpflichtungen, einfach gemeinsam eine gute Zeit haben und so weiter. Moppelchen nickte verständnisvoll, während Grübchen eine App auf dem Smartphone anpeilte. Oh. Er hat ein neues Profilbild. Und sieh mal, Moppelchen – er hat ein neues Tattoo. Sieht ja geil aus, aber…wusste ich gar nicht. Grübchens Augen erstarrten. Sie hätte wohl vor lauter Frust ihre eigenen Zähne aus dem Zahnfleisch saugen und runterschlucken können, bewahrte aber Fassung. Moppelchen erkundigte sich, ob sie ihn denn an diesem Abend noch treffen würde. Nein. Er sei wohl wieder mit seinen Kumpels dortunddort wie meistens. Auf jeden Fall: Egal. Soso. Egal. Ich wäre so gerne zu Moppelchen und Grübchen hingegangen und hätte insbesondere Grübchen gefragt, wozu denn diese Maskerade gut sei. Wozu selbst vor einer Freundin verstecken, dass einem etwas gerade an die Nieren geht? Warum nicht zugeben, dass man zum Grossteil der Frauen gehört, die eben nicht mit jedem Trottel ins Bett steigt, sondern nur dann, wenn sie mehr in einem Mann sieht? Die sich eben nur dann auf gelegentliche Treffen einlässt, wenn sie einen Kerl wirklich mag und besser kennen lernen möchte? Warum nicht zugeben, dass man gerne Teil des Lebens eines anderen Menschen sein und nicht durch Profilbilder und Status-Updates von einschneidenden Veränderungen erfahren möchte? Warum mit aller Gewalt verdrängen, dass man sich wegen eines Mannes wie Zuckerwatte und Honigmilch fühlt? Seit wann muss man sich so abgestumpft geben, wenn man eigentlich gerade verwundbar ist? Und seit wann gilt es als Schwäche, sich Verbundenheit zu wünschen? Ich liess Moppelchen und Grübchen sitzen, machte auf dem Absatz kehrt und behielt meine Fragen für mich. Ich ging an diesem Abend nicht alleine ins Bett, sondern mit dem Vorsatz, es künftig selber besser zu machen.
2016/05/18
Die unendliche Geschichte
Gibt es Unterschiede im Härtegrad und in der Nachhaltigkeit von Trennungsschmerz? Meiner Meinung nach: Ja. Beziehungen, die mit einem grossen Knall, bösen Worten, Betrug oder sogar mit Gewalt enden, bedeuten oft einen kurz- bis mittelfristigen Totalschaden. Eine Katastrophe - da sind wir uns einig. Aber sie hinterlässt einen tiefen Krater, der offensichtlich und unüberwindbar ist. Deutlicher könnten sich die Wege zweier Menschen nicht trennen und so bleibt auch nur Schmerz übrig - keine Zweifel. Der schleichende Tod einer Beziehung ist - sofern für beide gleich erlebt - fast schon die erträglichste und nachvollziehbarste Art des Auseinandergehens, bei der sich beide ohne Reue eingestehen können, dass sie sich in unterschiedliche Richtungen entwickelt haben. Der sprichwörtliche Schrecken ohne Ende reisst dann sein modriges Maul auf, wenn eines Tages einfach alles zu Ende ist. Wenn ohne ersichtlichen Grund das Eine nicht mehr zum Anderen passen will. Wenn auf einmal kein Platz mehr ist für Verbundenheit und nur noch die Sehnsucht nach Freiheit übrig bleibt. Wenn sich fünfzig Prozent der Beteiligten per Schleudersitz aus der Zweisamkeit katapultieren, um irgendwo im gelobten Schoss zu landen, der nur besser sein kann, als alles was war. Wenn die gemeinsame Zeit zur Nichtigkeit erklärt wird und das einzig Gemeinsame das Schweigen bleibt. Das Passivste ist in diesem Fall die Trennung selbst. Was danach für unbestimmte Zeit folgt, ist die zermarternde Auseinandersetzung mit dem, was ohne grossen Börsencrash seinen Wert verloren hat. Dabei immer den Pesthauch dessen, was nie gesagt wurde, bei jedem Aufkeimen von neuer Zuversicht als Gegenwind im Gesicht spüren. Nicht loslassen können, was einem nie gehalten hat. Und nie begreifen, wie man trotz besten Absichten vom Partner zum Gegner werden konnte. Das ist die Art von Trennungsschmerz und innerem Kampf um den eigenen Wert, die womöglich nie ein Ende findet.
2016/04/20
Geiz und Geilheit
Eigentlich traurig, dass man über solch ein Thema schreiben muss. Aber es existiert, also schreibe ich. Die nächsten Zeilen handeln vom Ungleichgewicht im Bezug auf das finanzielle Engagement in einer Beziehung. Ja, wer eine Beziehung führt, wird gezwungenermassen irgendwann auch mit der finanziellen Situation des Gegenübers in Berührung kommen. Und in diesem Bereich können sich Abgründe auftun, die man nicht für möglich gehalten hätte. Ich meine damit nicht geringe Einkommen, Schulden oder überhöhte Ausgaben für nutzlosen Krimskrams. Ich meine: Wie geizig darf ein Mensch seinem Partner gegenüber sein? Macht es uns scharf, wenn wir drei Mal nacheinander die gemeinsamen Unternehmungen berappen müssen, weil er oder sie schon wieder das Portemonnaie im Wagen hat liegen lassen? Finden wir es geil, wenn man uns seit zwei Wochen erklärt, dass man eben noch nicht beim Bankomaten war und man selbst genau weiss, dass das Konto fast aus allen Nähten platzt? Geraten wir beim millionsten nicht ernst gemeinten „ich zahl’ dir meinen Anteil später zurück“ in lustvolle Extase? Wirkt es sexy auf uns, wenn wir gebrauchte Gegenstände als Geschenk überreicht bekommen mit der Anmerkung, dass die dann gar nicht mal so günstig gewesen wären? Würden wir gerne über jemanden herfallen, der uns bewusst keinen lang gehegten Wunsch erfüllt, weil wir es finanziell gesehen offensichtlich nicht wert sind? Nein. Geiz ist in einer Beziehung alles andere als geil. Ich will nicht behaupten, dass es teure Aufmerksamkeiten braucht, um eine Partnerschaft am Leben zu erhalten. Aber wer eins und eins zusammenzählen kann, dem wird an der Seite eines geizigen Partners schnell klar, dass dieser früher oder später oder insgeheim schon länger auch mit den Gefühlen für sein Gegenüber geizt. Und genau dann geht die Rechnung mit der Beziehung nicht mehr auf.
2016/03/04
Die Terminatorin
Wenn man keine Familie und keine Bekannten hat, denen man im Notfall zur Last fallen möchte, dann sitzt man ihr irgendwann gegenüber - der blutbefleckten Schwester des Todes mit Namen Patientenverfügung. Sie ist dazu da, im Falle der plötzlichen oder schleichenden Verschlechterung meines Gesundheitszustandes zu regeln, was mit meinen bald sterbenden Überresten geschehen soll. Sie ist zwar nur ein Formular. Und dennoch fühle ich mich in ihrer Gegenwart wie eine plattgequetschte Steinzeitmücke unter dem Mikroskop. Persönliche Daten? Hab ich. Hausarzt? Da fängt’s doch schon an schwierig zu werden. Bei dem war ich seit sechs Jahren nicht mehr. Soll er wirklich darüber informiert werden, wenn mir nach einem Unfall die Därme aus dem Unterleib quellen? Sofern er dann noch lebt – ist ja nicht mehr der Jüngste. Mal die nächsten Fragen beantworten. Bei diesem einen Kreuz, das bestätigt, dass ich auf die Bevollmächtigung einer vertretungsberechtigten Person verzichte, fange ich doch leicht an zu schwitzen. Will ich wirklich, dass im Notfall nicht ein vertrauter Mensch, sondern dieses ausgefüllte Formular über meinen Gedeih oder Verderb entscheidet? Muss wohl so sein, sonst würde ich jetzt nicht hier sitzen. Dann folgt eine grosse leere Fläche, die ich mit meinen Wertvorstellungen, meinen Gedanken über Lebensqualität, das Altern in Würde und meine Einstellung zum Tod füllen soll. Was soll ich schon vom Tod halten? Was muss, das muss. Ich kann ja schlecht schreiben „bin dagegen“. Oder wie wär’s mit „lasst mich abkratzen und ich werde euch heimsuchen“? Eigentlich ganz lustig. Das liest das Schweizerische Rote Kreuz wohl eher selten. Grundsätzlich weiss ich nicht, was ich vom Siechentum und Dahinvegetieren halten soll. Aber da ich keine Verantwortung für andere Menschen trage, kann man meinen Stöpsel beizeiten ziehen. Eigentlich. Nächste Frage? Reanimation und lebenserhaltende Massnahmen. Ouuuu ja, jetzt wird’s technisch. Robocop und so. Da gibt’s quasi nur ja und nein zur Auswahl. Und viel Platz für Bemerkungen, Ausschlüsse und Einschränkungen. Was soll reanimiert oder künstlich am Leben erhalten werden – wie bei guten und wie bei schlechten Heilungschancen? Hm. Chance scheint mir in diesem Fall nicht das richtige Wort zu sein. Aber ich spalte wieder mal Haare. Und ohne die kann man ja eigentlich ganz gut leben. Unterschr...wie jetzt? Eigentlich wäre ich jetzt bereits fertig mit dem Ausfüllen? Da kommt noch ein fakultativer Anhang. Man darf sich noch aussuchen, welcher Art der Medikation man zustimmen würde. Künstliche Ernährung und Beatmung – ja oder nein, kurz oder lang. Ich könnte sogar meine Wünsche nach Seelsorge und Begleitung anbringen. Fast schon sympathisch. Man darf wählen, was im Falle einer Organspende auf Hannibal Lecters Speisekarte stehen soll. Die Pankreas, etwas von meiner Haut, einen halben Meter Dünndarm und zwei Mal Augenhornhaut. Natürlich nicht – wer bin ich denn?!? Ich darf allerdings für nach meinem Tod eine Autopsie anordnen. Erscheint mir passend, schliesslich bin ich Konsumentin der gleichnamigen TV-Serie – hauptsächlich wegen der Stimme von Dana Scully. Aber ich schweife ab. Und warum schweife ich ab? Weil ich noch nicht bereit bin. Ich bin nicht bereit, mit meiner Unterschrift zu bestätigen, dass ich die AGB des Todes gelesen habe. Ich bin nicht bereit, meinen letzten Willen in eine Datenbank zu speisen. Wenn ich nicht mehr bei Sinnen sein sollte, ist mir doch eh egal, wie lang das weisse Licht am Ende des Tunnels auf sich warten lässt. Liebe Patientenverfügung, ich werde dich morgen nicht anrufen und ich weiss nicht, ob wir uns wiedersehen werden.
2016/02/25
Männer sind Müll
Natürlich entspricht das nicht meiner Meinung. Aber für die nachfolgenden Ausführungen hat dieser Titel durchaus seine Berechtigung.
Ich bin immer wieder Frauen begegnet, die nach Trennungen der gesamten männlichen Erdbevölkerung den Rücken kehren wollten. "Ich habe genug von Männern" und "mir soll bloss keiner mehr ankommen" habe ich oft gehört, aber nie verstanden. Man kann doch nicht alle über einen Kamm scheren und in den gleichen Topf werfen. Oder man kann bestenfalls alle Beatles über einen Topf scheren - aber das ist ein anderes Thema. Pauschale Abwendung und Verallgemeinerung schien mir in diesem Fall nie angebracht. Mittlerweile weiss ich, was diesen Frauen passiert ist. Sie sind einem DIESER Männer begegnet. Einem dieser Männer, die ihr eigenes nahezu unmenschliches Verhalten als natürlich männliches Verhalten darstellen. Jede dieser Frauen hatte sich auf einen Mann eingelassen, der ihre Prinzipien verletzte und ihr nicht nur vermittelte, dass sie gar keine hätte, sondern auch dass sie ausserstande wäre, mit Männlichkeit und ihren logischen Folgen umzugehen. Den Frauen wurde eingeredet, dass sie mit ihrem weiblichen Wesen, ihrer Denkweise oder gar ihrem Intellekt nicht fähig wären, sich mit irgendeinem Mann dauerhaft zu verstehen oder sich an dessen Seite wohl zu fühlen. Logische Konsequenz: Die Frauen ziehen sich zurück, weil sie nach der Vielzahl ergebnisloser Diskussionen sogar glauben, das mit ihnen etwas Grundlegendes nicht stimmt. Sie gelangen zur Überzeugung, dass Männer ganz einfach nichts für sie sind, weil sie nicht mit ihnen umgehen können. Sie werden biestig, ablehnend, unzufrieden und zumindest zeitweise tatsächlich unfähig, sich auf Kontakt mit Männern einzulassen. Weil sie bei jedem Wortwechsel immer noch das sprichwörtliche Messer zwischen den Rippen spüren, das ein Mann ohne Rückgrat dort hineingebohrt hatte, um von seinem Wesen abzulenken.
Liebe Männer, überlegt euch bitte zwei Mal, ob es jemals angebracht ist, euer Verhalten mit Testosteron zu begründen.
2016/01/28
Das geht den Hühnern auf die Eier
Liebe Hetero-Männer, ich muss euch dringend etwas über eure Frauen erzählen. Ich muss euch einfach verraten, was sie von euch brauchen, ohne dass sie darum bitten würden. Ist euch mal aufgefallen, dass sich eure Frauen unheimlich anstrengen, um etwas zu erreichen? Genau wie ihr. Sie machen Weiterbildung und Karriere. Genau wie ihr. Sie haben Bankkonten, Kreditkarten, eigene Wohnungen und dicke Autos. Genau wie ihr. Sie haben Sixpacks in Muskeln oder Bier. Genau wie ihr. Sie organisieren, koordinieren, stehen für Dinge gerade und müssen auch mal eine Niederlage hinnehmen ohne in Tränen auszubrechen. Genau wie ihr. Viele von ihnen kümmern sich auch noch um die Betreuung und Erziehung der Kinder oder bauen ihr eigenes Business nebenbei auf, um ihre Zukunft zu sichern. Sie kümmern sich um das Wohl ihrer Männer und Kinder. Sie kommen gesellschaftlichen Verpflichtungen nach, stärken den Zusammenhalt in Familie und Freundeskreis, haben ihren eigenen Werkzeugkoffer und tragen den Müll selber runter. Und da wundert ihr euch tatsächlich, dass die süsse schüchterne Frau von damals auf einmal Eier hat? Sie tut im Moment mehr um zu leben und zu überleben, als ihr vom aktuellen Stand der Evolution zugedacht wäre. Deshalb, liebe Männer – wenn ihr euch das sanfte Wesen eurer Frau zurückwünscht, dann gebt ihr Raum und Zeit dafür. Schreibt ihr am Mittag mal, dass sie am Morgen mit ihrem zerzausten Haar zum Knuddeln aussah. Das bringt sie dazu, wie ein Mädchen zu kichern. Nehmt sie in den Arm, wenn ihr merkt, dass sie den ganzen Tag über stark sein musste. So kann sie ihre schützende Rüstung ablegen und sich trotz ihrer Verletzlichkeit sicher fühlen. Bleibt bei ihr, wenn sie weinen muss. Dann wird ihr klar, dass sie nicht alles alleine schaffen muss. Führt sie zum Essen und zum Tanzen aus. Das ist ihre Bühne, für die sie sich gern mal wieder hübsch anzieht und wo das verführerische Lächeln auf ihr Gesicht zurückkehrt. Gebt euren Frauen die Möglichkeit, nicht immer stark, verbissen und kämpferisch sein zu müssen. Lasst sie anschmiegsam, sanft und einfach nur schön sein. Vielen modernen Frauen fehlt etwas, ohne dass sie wissen, was es ist. Ihr könnt es ihnen geben. Es ist ihre Weiblichkeit.
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2015/10/28
Der digitale Doppelgänger
Als Mensch, der sich wie selbstverständlich online bewegt, habe ich ein digitales Spiegelbild. Es ist noch etwas verzerrt, verpixelt und ungenau. Aber es wird mit jeder meiner Aktionen im Netz klarer und detaillierter. Es trägt die gleiche Kleidergrösse wie ich, hat die gleichen Freunde, hört die gleiche Musik und wohnt an der gleichen Adresse. Es weiss, wie ich mich fühle, wen ich beobachte, was ich mir gerne kaufen würde und ob mein Kontostand dies zulässt. Und mit jedem Suchbegriff, jedem Kommentar, jeder Bestellung und jedem interessierten Klick lernt es, so zu sein wie ich. Es begleitet mich beim Besuch jeder Seite. Wenn ich mir Frisuren anschaue, dann weiss es, dass ich mein Äusseres verändern möchte. Wenn ich Wohnungsanzeigen anklicke, dann bereitet es sich aufs Umziehen vor. Wenn ich im Internet nach Krankheitssymptomen suche, dann weiss es, dass ich selbst darunter leide oder eine nahestehende Person betroffen ist. Es hat Einblick in nahezu jeden Bereich meines Lebens. Es weiss, wem ich schreibe und wem ich nie antworte. Es kennt meine Tagesform und meine Lieblingsrestaurants. Es weiss, was ich zu Weihnachten verschenke und dass ich wieder mal zu Fuss nach Hause laufe, weil ich den letzten Bus verpasst habe. Mein digitales Spiegelbild entwickelt sich und wird allmählich zum Doppelgänger. Dieser Doppelgänger rät, liegt mal falsch und mal richtig, lernt rasend schnell dazu und ist in vielerlei Hinsicht bereits klüger als ich. Er interagiert mit mir, erinnert mich an Termine und daran, dass ich noch immer keine warme Winterjacke gekauft habe. Er zeigt mir, was mir gefallen könnte welche Route mich schnell ans Ziel bringt. Er schlägt mir sogar Freunde vor und merkt sich alles, was ich mir ansehe. Einfach alles. Kaum ein Geheimnis ist vor ihm sicher und wenn ich mal nicht genau weiss, was ich eigentlich will, könnte er bereits die Antwort kennen. Ist dieser digitale Doppelgänger mein Freund, oder wird er es mal werden? Wird er mich ausspionieren und bedrängen, oder wird er mich vielleicht sogar vor etwas schützen? Wird er mich irgendwann darauf hinweisen, dass der Sitznachbar im Bus gerade eine hochgradig ansteckende Krankheit ausbrütet? Wird er mich ans Bremsen erinnern, wenn der von links kommende Fahrer in 90 Prozent aller Fälle den Rechtsvortritt missachtet? Oder möchte ich diesen Sarg in meinen Warenkorb legen und mit Kreditkarte bezahlen?
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2014/12/31
2015: Vorsätzliche Täuschung
Vorsätze für ein neues Jahr finden wir ja grundsätzlich alle bescheuert. Weil wir uns nichts Edles vornehmen, wie die Einschränkung unseres Genussmittelkonsums oder den persönlichen Beitrag zum Weltfrieden. Wir haben auch im nächsten Jahr nicht mehr und nicht weniger als niedere Bedürfnisse, die man nicht mal eben mit dem Nachbarn am Gartenzaun bespricht. Wir möchten erfolgreich sein, bewundert, geliebt und anständig gevögelt werden. Und mit den Vorsätzen zur eigenen Gesundheit ist es nicht weit her, wenn man bedenkt, dass wir für das grosse Haus oder das dicke Auto eine unserer Nieren opfern würden. Das, worauf wir wirklich hin arbeiten, ist in den wenigsten Fällen gesellschaftstauglich. Die einen wünschen sich eine exorbitante Lohnerhöhung, die nur zustande kommt, wenn ihre Kollegen unfreiwillig über die Klinge springen und leer ausgehen. Andere nehmen sich vor, ihre geheime Liste mit möglichst vielen Dates und unverbindlichem Sex zu füllen – ohne Rücksicht auf Geschlechtskrankheiten oder gebrochene Herzen. Sogar jene, die auf eine Spenderniere warten, dürften relativ bescheidene Gewissensbisse diesbezüglich haben. Gute Vorsätze sind das, was man von uns erwartet. Was wir uns wirklich vornehmen, möchte niemand als Gesprächsthema vorgesetzt bekommen. Also schweigen wir uns dem (Welt-)Frieden zuliebe weiterhin aus oder rollen demonstrativ mit den Augen, wenn wir nach unseren Vorsätzen gefragt werden. Mitwisser sind in diesem speziellen Fall nicht sehr hilfreich, denn es ist doch so: Alles, was vorsätzlich getan wird, endet oft mit einer unbedingten Gefängnisstrafe. Wenn euch eure physische und geistige Freiheit also am Herzen liegt, dann hütet eure Vorsätze wie kostbare Schätze.
In diesem Sinne: 2015 – wir kommen, um dich zu holen.
2014/09/17
Findet uns das Glück?
Findet uns das Glück, oder müssen wir es suchen? Trifft es uns unverhofft wie der Dartpfeil eines Betrunkenen, oder ereilt es uns Stück für Stück? Kann man Glück haben oder glücklich sein, wenn die eigenen Wünsche unerfüllt bleiben?
Wünsche und Träume von Menschen mitte dreissig sind erschreckend banal. Praktisch alle von ihnen wünschen sich ein Eigenheim an einem schönen Ort - auch die, die den Glauben an tiefe Empfindungen schon komplett begraben haben. Die etwas optimistischeren unter ihnen würden als Zugabe zum Häuschen gerne die grosse Liebe finden oder behalten. Wer kaum mehr schlafen kann, weil das Ticken der biologischen Uhr lauter ist als eine Strassenparade, der wünscht sich Kinder - fast schon egal mit wem. Grosse Karrierewünsche werden seltener genannt - schliesslich müsste man jetzt schon etwas vorzuweisen haben. Gesundheit wünschen sich nur diejenigen, die schon mit ernsthafter Krankheit in Berührung gekommen sind. Wer sonst keine Ziele hat, hat immerhin Reiseziele. Das war's dann aber auch schon mit den Wünschen, die einem dieses Alter förmlich aufzwingt. Weil man in dieser Lebensphase merkt, wie schnell einem die Zeit davon läuft, beginnt man, sich seinen Wünschen anzunähern - mit den Mitteln, die einem gerade zur Verfügung stehen. Sobald man mit diesem unbeholfenen Hinterherstolpern begonnen hat, führt kein Weg mehr zurück, weil es zu viele Mitwisser gibt. Auch ich habe schon oft mitgewusst und nachgefragt, mich nach dem Stand der Dinge erkundigt, genickt und ermutigt. Aber - ganz ehrlich - ich habe noch niemanden getroffen, der bei der Materialisierung seines Glücks auch wirklich glücklich war. Das ist noch nicht - das wird dann schon. Wenn das Kind dann endlich da ist und sich der strapazierte Körper wieder erholen kann. Wenn dann der tadellose Traummann nach einer weiteren einsamen und durchweinten Nacht am Sonntagmorgen an der Tür klingelt. Wenn der untergetauchte Bauunternehmer mit dem ganzen bereits investierten Geld wieder da ist. Es gibt so viel unschönes auf dem Weg in eine vermeintlich schöne Zukunft, dass man als ungeübter Betrachter glatt glauben könnte, die Menschen machen sich damit unglücklich. Ich habe nie jemanden sagen hören "Wow, dieser 18-Stunden-Flug ins Urlaubsparadies hat mir riesigen Spass gemacht" oder "Wie hab ich mich gern mit dem Elektriker um die Steckdosen gestritten". Was lernen wir daraus? Wenn es um das Erfüllen von Wünschen und das Erreichen von Glück geht, kann der Weg unmöglich das Ziel sein.
2014/04/10
Ja, ich will – gefragt werden
Wir sind ja modern, gell. Emanzipiert, domestiziert, kalibriert und EU-normiert. Aber eine ganz bestimmte Sache hätten wir Frauen gerne auf die alt hergebrachte Weise geregelt: Den Heiratsantrag. Gegenseitiges Einverständnis oder gar ein Kompromiss ist in Sachen Ehe keine Lösung. Schliesslich sind wir nicht verhandelbar. Wir sind kein Gebrauchtwagen, den man nimmt, wenn’s zum gleichen Preis noch einen Satz Reifen obendrauf gibt. Wir sind kein Kumpel, bei dem ein kurzes Nicken reicht, um zu wissen, dass man sich für den Rest des Lebens das Bier teilt. Der Grossteil aller Frauen ist sich einig – wenn’s ums Heiraten geht, möchten sie gern gefragt werden. Sie wollen gefragt werden, ob es ok ist. Ob es ok ist, dass Mann sie für immer behalten möchte. Ob es ok ist, dass Mann auch die Steuerformulare und die Verwandtschaft mit ihr teilt. Aber auch, ob sie sich seiner und ihrer eigenen Gefühle sicher genug ist. Frauen brauchen einen Heiratsantrag, weil sie wissen, dass sie ihn verdienen. Sie verdienen diesen einen Moment, in dem der Mann unter dieser tief verborgenen Angst leidet, er könnte ein Nein zur Antwort bekommen. Dieses bange Herzklopfen, von dem sie ihn nach scheinbar ewig andauernden Augenblicken mit einem Lächeln, einer Träne und einem Wort erlösen. Der letzte endgültige Beweis dafür, dass er alles für sie riskieren würde. Ja, wir wollen gefragt werden. Und wenn er der Richtige ist, dann sagen wir auch ja.
2014/02/03
Botox fürs Ego
Im Damenoberbekleidungsfachgeschäft mit dem unaussprechlichen Namen. Zwei ausgesprochen junge Dinger tänzeln auf ihren schmalen Beinchen zwischen zwei Umkleidekabinen hin und her, drehen sich vor den Spiegeln und beurteilen gegenseitig, was ihnen steht und was süss aussieht. Könnten meine Töchter sein, wenn ich in jungen Jahren dumm gewesen wäre. Ich verziehe mich in eine der hinteren Kabinen. Will ja nicht, dass sie sich von Oma gestört fühlen. Und ich hätte auch lieber meine Ruhe. Ich höre, wie das eine Mädel zum anderen sagt „Das passt irgendwie nicht. Ist obenrum zu weit.“ Und ich denke: Natürlich, du hast ja auch noch keine Titten. Da wächst du noch rein. Kauf dir das Teil als Motivation. Sie versuchen mit weiteren Kleidungsstücken, ihre noch nicht ganz vorhandenen Reize zu betonen. Ich drehe mich vor dem Spiegel und stelle zufrieden fest, dass die eng geschnittene Jeans am Hintern etwas zu weit ist. Fein gemacht. Und das in meinem Alter. Ich schnappe die zwei ausgesuchten Oberteile und bahne mir den Weg zur Kasse. Dort stehen die beiden Mädchen vor mir und bezahlen - mit Bargeld. Das eine lässt sich sogar ein Shirt bis am Abend zurücklegen, weil Mutti noch vorbeikommen und schauen will, für welchen billig produzierten Asien-Fummel ihr mühselig beiseite geschafftes Haushaltsgeld draufgehen soll. Ich zahle mit Karte und denke: Ha - MEIN Geld, MEINE Klamotten! Ich gehe in den nächsten Laden und kaufe mir eine Flasche hochprozentiges Irgendwas. Darf ich ja. Später setze ich mich in MEIN Auto, drehe die Musik lauter und fahre nach Hause - in MEINE Wohnung. Und ich denke mir: Scheiss auf ewige Jugend. Erwachsensein ist Chef!
Nachtrag: Was ist eigentlich aus dem geworden, was wir als Teenager immer wollten? Musik hören bis die Wände wackeln, duschen bis das Wasser kalt wird, vor dem Fernseher essen, den Müll nicht trennen, rauchen, rumschlurfen, Zeug rumliegen lassen, lang ausgehen, zu kurze Röcke tragen, rumknutschen, mit Freunden abhängen, wilde Partys schmeissen, uns hauptsächlich von Pizza und Fritten ernähren, endlos telefonieren. Tun wir heute – wo wir es dürfen - noch etwas davon?
2013/12/30
Das Unwort meines Lebens
Was ist schon das Unwort des Jahres, gegen das persönliche Unwort aller Zeiten? Ich hab meins schon gefunden. Und ich verrate es euch gern. Natürlich gibt es viele Worte, die der Volksmund durch inflationären Gebrauch abwertet. Dieses eine Wort ist mir deshalb aufgefallen, weil ich selbst oft damit beleidigt werde: kreativ. „Du bist so kreativ!“...und das mitten ins Gesicht, ohne Vorwarnung und gelegentlich sogar auf leeren Magen. Zugegeben, auch ich habe mich früher mit diesem Wort geschmückt und es sogar in Bewerbungsschreiben mit meiner Persönlichkeit in Verbindung gebracht. Mittlerweile ist mir klar geworden, dass die ursprünglich hoch gelobte Kreativität zum Deckmantel eines seltsamen Verhaltens verkommen ist. Sich für eine Denkpause zurückzuziehen ist kreativ, rumzulaufen wie ein bekiffter Hippie ist kreativ, völlig abgehoben über Nichtigkeiten zu diskutieren ist kreativ, rumzuhängen und über das Leben nachzudenken ist kreativ, die gelangweilte Hausfrau ist beim Einrichten und Basteln kreativ, die Kindergärtnerin ist beim Pausenobst-Schnitzen kreativ, ja sogar der Serienkiller ist beim Arrangieren lebloser Körperteile kreativ. Jeder, der schon mal ein Gesicht auf einen Blumentopf gemalt hat, ist kreativ. Und jeder, der ein Cupcake verziert, ist kreativ. Ganz ehrlich - welcher Mensch, der mit geistigem Eigentum seinen Lebensunterhalt verdient, möchte mit all diesen Kreativen in einen Topf geschmissen werden? Das, was ursprünglich mit Kreativität gemeint war, ist in Wirklichkeit lang erarbeitete Technik und hartes gedankliches Handwerk. Es ist die Begabung, das Undenkbare zur richtigen Zeit und im passenden Kontext mit dem Möglichen zu verbinden. Dieser wenig magische Moment hat weder mit Glitzerkleber noch mit dem Gipsabdruck eines schwangeren Bauches zu tun und kann sich an einem nüchternen Arbeitsplatz genauso ereignen, wie beim Einkaufen oder auf dem Scheisshaus. So.
2013/10/25
Schmeicheleinheiten für Schnucki und Bärchen
Mein Liebster ist mir öfter mal behilflich. Nicht nur in Sachen Autoreparaturen und technischem Verständnis, sondern auch wenn es darum geht, das Durcheinander im Zweierkisten-Kabelsalat aufzudröseln und dem einen oder anderen Kurzschluss vorzubeugen. Seine Gedanken sind so ausgeprägt männlich, dass er mir oftmals allgemeingültige Problemlösungen auf dem Silbertablett serviert, ohne dass er sich dessen bewusst ist. So auch beim Thema „Komplimente erhalten die Beziehung“. Die Unterschiede von Männlein zu Weiblein manifestieren sich nämlich nicht nur in ihrer Kritikfähigkeit, sondern sogar bei der Verarbeitung netter Worte. Heute siehst du toll aus - du bist so geschickt bei solchen Aufgaben – du hast eine Ausstrahlung die mich umhaut – ich bewundere deine Arbeit – wie kommst du nur immer auf solch brillante Lösungen. So gut es auch gemeint ist - jedes Kompliment löst nur beim richtigen Empfänger die gewünschte Reaktion aus. Frauen werden gern für das geschätzt, was sie sind – Männer lieber für das, was sie tun. Frauen wollen als Gesamtkunstwerk aus guten Genen und Erfahrung überzeugen – Männer wollen sich ihren Platz im Olymp mit Schweiss, Blut und Heldentaten sichern. Beispiele gefällig? Wird eine Frau für ihren Hochschulabschluss gelobt, denkt sie „och, den ollen Master hab ich doch auf der linken Arschbacke abgesessen“. Viel lieber hätte sie, dass ihrem Umfeld auffällt, wie stark und selbstsicher sie dank ihres erarbeiteten Erfolgs durchs Leben geht. Bekommt ein Mann ein Kompliment für sein Aussehen, antwortet er höchstens mit einem abfälligen „pfffh, du bist aber auch die Einzige, der so was auffällt“. Mit lobenden Worten für seine Begabung als Heimwerker oder den nächtlichen Einsatz für seinen Arbeitgeber kann er viel mehr anfangen. Umgekehrt schmerzt es eine Frau mehr, wenn man ihr Aussehen beleidigt, als wenn man an ihrer Intelligenz zweifelt. (Bevor ihr mir widersprechen möchtet - meine intelligenten Leserinnen - überlegt ihr euch bestimmt, wie viel Zeit ihr vor Spiegel und Kleiderschrank verbringt und gebt mir Recht.) Und ein Mann reagiert sehr gekränkt darauf, wenn seine Kompetenz oder sein Engagement in Frage gestellt wird. Für Kritik an seinem Äusseren hat er bestenfalls ein Furzgeräusch übrig. Wer seinem Partner ein Kompliment machen und ihn damit stärken will, soll sich genau überlegen, wie dieser Partner sich selbst am liebsten sieht und wofür er bewundert werden möchte.
Wir alle wollen unsere Zeit überdauern und unsere Spuren hinterlassen – durch das was wir sind oder was wir tun. Es gibt wenige Frauen, die auf ewig für ihre Arbeit geschätzt werden. Sie gehen eher mit Fotos aus ihren besten Jahren als Stil-Ikonen in die Geschichte ein. Das monströse Gebäude, das die Skyline einer Stadt über Jahrzehnte prägt, hat ein berühmter Architekt entworfen. Keine Ahnung, wie der ausgesehen hat.
2013/09/26
Happy Klimakterium-Hour
Neulich konnte ich einen Blick ins Jenseits werfen. Ins jenseits der Vierzig. Ich bin an einem Samstagabend die paar Stufen hinunter in einen Bikerschuppen gestiegen, in dem sich unter der Woche eher die Dorfjugend rumtreibt. Mit angestrengt souveräner Mine tauchte ich ein in das Gedränge, das sich ausschliesslich aus Frauen und Männern zwischen Mitte vierzig und Mitte fünfzig zusammenfügte. Frauen im Sog der Wechseljahre und Männer, die gerade mal eben die Kurve aus ihrer Midlife-Crisis gekriegt haben. Tatsächlich hatte ich vorher noch nie so viele davon auf so engem Raum gesehen. Dass ich hier nicht dazugehören konnte, war offensichtlich. Dass ich in diesem Umfeld auf „Anfang zwanzig“ geschätzt wurde, erstaunte mich nicht weiter. Da war ich also: Mitten in einer Welt, die noch nicht meine war und mit den grössten Ängsten vor dem Älterwerden. Die Retro-Rock-Beats aus den Boxen wurden zum Ticken meiner inneren Uhr, das mich daran erinnerte, dass trotz Fitness, Styling und Make-up auch in meinem Fall die Zeit nicht einfach still stehen würde. Ich alterte – genau in diesem Moment und in jedem weiteren Moment. Es blieb mir nichts weiter übrig, als zu beobachten und Notiz zu nehmen, mit anzuschauen und auf mich wirken zu lassen. Je mehr ich sah, desto bewusster wurde mir: Sie sind eigentlich nicht anders als wir. Sogar erschreckend ähnlich wie wir. Wie wir vor fünfzehn Jahren. Sie fummeln und sie knutschen rum – nur eben mit Ehering am Finger. Die Single-Mädels rotten sich zusammen und halten nach Beute Ausschau – nur eben mit wenig Erfolg. Und ein paar verzweifelte Junggesellen bewegen sich ungelenk auf der Tanzfläche, in der Hoffnung, ein wenig Körperkontakt ergaunern zu können. Die freizügigeren Damen wickeln sich versuchsweise tanzend um die Stange und wie immer gibt es das eine Mädel, das wesentlich mehr trinkt als es verträgt und um das sich in diesem Zustand niemand mehr so recht kümmern mag. Getrunken wird übrigens überwiegend Bier und Wein. Die Bestellung eines Caipirinhas von der Getränkekarte beschäftigt nach der Frage „Mit Alkohol?“ das gesamte anwesende Personal für gute fünf Minuten. Aber keine Sorge – wenn wir mal über vierzig sind, wird dieser doch sehr einfache Cocktail zu den Standardgetränken gehören. Es wird Musik aus unseren jungen Jahren gespielt und auch wir werden feiern, lachen und uns mit neuen und alten Bekannten treffen. Wir werden vielleicht etwas weniger tanzen, weil das unserer Generation ganz einfach nicht in die Wiege gelegt wurde. Aber alles was wir gerne tun, werden wir tun so lange wir dazu in der Lage sind.
Übrigens: Wer um die dreissig ist und sich mal an einem Samstagabend alt fühlt, dem empfehle ich wärmstens die Hauptstrasse 19 im helvetischen Kirchberg.
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2013/07/25
Heiteres Karriere-Raten
In unserer Zeit gehört es zum guten Ton, beruflich ambitioniert oder zumindest flexibel zu sein. Kaum ein Mensch wird noch in dem Beruf alt, den er mal gelernt hat. Häufiger Stellenwechsel erscheint mittlerweile weder merk- noch fragwürdig. Eher gilt er als Zeichen eines gesunden Drangs nach Selbstverwirklichung. Früher wurden flatterhafte Lebensläufe kritisch betrachtet. Heute ist der ein Sonderling, der lange Zeit einer einzigen Tätigkeit bei einem einzigen Arbeitgeber nachgeht. Stetes Streben nach einer Karriere – und mag sie auch noch so ungewiss sein – zeichnet den modernen Arbeitnehmer aus und zeigt seine Offenheit für Neues. Und sei es nur für eine neue Office-Version. Wer sich heute knapp nach der ominösen Dreissig schon in seinem Job wohl fühlt, ist die grosse Ausnahme. Es fühlt sich seltsam an, sich in einem entwicklungsfreudigen Umfeld Gleichaltriger positiv zu seiner Beruflichen Situation zu äussern. Man erntet ungläubige Blicke und niemand will so recht damit einverstanden sein, dass dies vielleicht schon alles gewesen sein könnte. Aus Mitleid oder eigener Verunsicherung nimmt das Gespräch den folgenden weiteren Verlauf. Aber du machst doch bestimmt noch eine Weiterbildung? Nein. Du kannst dir deine Arbeit selber einteilen? Nein. Du verdienst unanständig viel Geld? Nein. Du hast Untergebene, auf denen du rumhacken kannst? Nein. Du kannst dein Wissen weitergeben? Nein. Bestimmt hast du tolle Aufstiegschancen? Nein. Und dir wird so wirklich nicht langweilig? Nein. Wünschst du dir nie etwas anderes? Nein. Aber du nimmst doch mit Sicherheit mal die Hintertür aus dem Berufsleben und lässt dir ein Kind machen? Nein. Leere und ratlose Gesichter. Hat jemand mitgezählt, wie viel Geld schon in meinem Schweinderl ist?
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2013/06/11
Das unbefleckte Verhängnis
Es wird Zeit, ein hartnäckiges Vorurteil aus der Welt zu schaffen: Einzelkinder sind nicht verwöhnt. Nicht grundsätzlich. Vielleicht ist ihnen in der Kindheit mehr ungeteilte Aufmerksamkeit vergönnt, als verschwisterten kleinen Geschöpfen. Möglich, dass dies auf Aussenstehende wirkt, als würde das Einzelkind verwöhnt. Im Gegenzug fallen alle Aufgaben, die Eltern gleichmässig unter ihren Nachkommen verteilen um ihnen Verantwortung und Selbständigkeit beizubringen, dem Einzelkind alleine zu. Wenn es seine Sache gut macht, heimst es auch das ganze Lob alleine ein. Dies mag ebenfalls wirken wie Verwöhnen. Allerdings nur für das ungeschulte Auge. Die Entwicklung des Einzelkindes wird im frühen Stadium mit einer gesunden Dosis Aufmerksamkeit genährt und später zu einem selbständigen Erwachsenen herangezogen. Bis es, wenn es alt und schlau genug ist, merkt, dass es familiär gesehen ziemlich alleine da steht. Im Übrigen sieht es sich mit einer Vielzahl von Erwartungen konfrontiert, die es ebenso selbständig und selbstverständlich zu erfüllen hat, wie es erzogen wurde. Ein vernünftiger Umgang mit Geld, eine ordentliche Bleibe, eine Karriere die sich sehen lässt, eine eigene Familie mit gut erzogenen Kindern – so und ähnlich sehen die Wünsche aus, die Eltern für ihre Kinder hegen. Doch was, wenn einer oder mehrere davon unerfüllt bleiben? Unter Geschwistern fallen kleine Defizite nicht ganz so arg ins Gewicht. Das eine Kind lässt mit seinem Doktortitel die Alkoholkrankheit des anderen etwas weniger schwer wiegen. Die Homosexualität des einen wird von den drei gesunden Kindern des anderen überstrahlt. Und das gestörte Verhältnis zum einen bedrückt die Eltern weniger, wenn sich das andere Kind gerade ein Haus für drei Generationen anschafft. Während Geschwister sich das Erfüllen der Elternwünsche untereinander aufteilen können, müssen Einzelkinder allen Ansprüchen gleichermassen gerecht werden. Dass dies für einen einzelnen Menschen kaum machbar ist, leuchtet ein. Eltern mögen noch so voller Liebe und Verständnis sein, und dennoch plagen sie die Gedanken daran, bei der Aufzucht versagt zu haben, wenn ihr Nachwuchs für ihre Begriffe in Teilen seiner Existenz scheitert. Nicht selten führt dies zu einem irreparablen Schaden am Eltern-Einzelkind-Verhältnis. Oder wie war das damals mit Gott und Jesus?
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2013/02/22
Die Vermessung des Penis
Zugegeben, ich wühle diesmal tief in den Klüften der Doktor-Sommer-Psychologie. Aber ich wurde von einer mir weitgehend unbekannten Person auf Diskussionsbedarf zum Thema Penisgrösse hingewiesen. Mit der Aussage: „Meine Freundin hat mich verlassen, weil ich angeblich nicht gut genug ausgestattet bin. Und sie ist schon die Zweite.“ Da kommt Frau ins Grübeln. Immerhin hat sie ja doch so ihre Ansprüche an die primären Geschlechtsorgane ihres Sexualpartners. Aber deswegen Schluss machen? Tun wir sowas? Meine weiblichen Weggefährtinnen sind es gewohnt, dass ich sie ohne Umschweife mit solchen Themen konfrontiere und so liess ich die folgenden Fragen in verschiedene Gesprächsrunden einfliessen: Sind kleine Schwänze Trennungsgründe? Was ist klein? Wann sind sie gross genug? Lässt man sich auf eine Beziehung mit einem Menschen ein, der einem im Bett nicht genügt? Erwachsenes Kichern. Es folgen Vergleiche mit Obst, Gemüse und Wurstwaren. Zwar einigt man sich darauf, dass die Penisgrösse und insbesondere der Umfang sehr wohl Einfluss auf die sexuelle Befriedigung der Frau haben. Aber die Massstäbe dafür können nicht klar definiert werden.
Es ist mir eine Ehre, an dieser Stelle eine neue Masseinheit für männliche Geschlechtsteile einzuführen, unter der sich alle etwas vorstellen können. Die Herleitung von Schwertgrössen scheint mir mehr als passend, also nennen wir sie doch Einhänder, Anderthalbhänder und Zweihänder. Alles was über der Grösse des Zweihänders liegt, könnte eine schillernde Zukunft in der Porno-Industrie finden, ist aber für den europäischen Hausgebrauch zu gross und zu schmerzhaft. An alle, die mit einem Zweihänder ins Gefecht ziehen: Herzlichen Glückwunsch, ihr braucht euch nicht zu verstecken. Aber seid euch dessen bewusst, dass das für einige Frauen bereits zuviel ist. Die Anderthalbhänder sind vielseitig einsetzbar und dürfen sich zum breiten Mittelfeld zählen, in dem so mancher Mann rumwuselt, der sich fragt, ob sein Penis nicht doch zu klein ist. Wer sich seines Einhänders in der Hose bewusst ist oder gar unter dieser Messlatte liegt, sollte sich dringend mit anderen Techniken beschäftigen, die seine Partnerin sexuell erfreuen. Und Männer, lasst euch das gesagt sein: Nicht nur ihr habt Zweifel daran, ob ihr beim Sex körperlich überzeugen könnt. Frauen haben das genauso. Sie fürchten, dass ihre Brüste zu klein sind, dass sie hängen wenn der BH erst mal ausgezogen ist, dass sie nicht ausdauernd genug sind, dass der Bauch zu sehr mitwippt, dass die Schenkel zu breit sind – ja sogar, dass ihre Stimme zu hoch ist und irgendetwas davon bewirken könnte, dass ihr Männer den Schwanz einzieht und das Weite sucht. Wir alle haben unsere Mankos und sind dadurch gezwungen, beim Sex mehr von uns beizusteuern als einen makellosen Körper. Und ist es nicht das, was die Intensität dabei erst ausmacht?
Zurück zu meinen befragten Damen. Sie zierten sich, ihre Bedürfnisse in Zentimetern auszudrücken. Vielleicht, weil keine von ihnen ein Massband unter dem Kopfkissen bunkert. Vielleicht aber auch, weil sie nicht preisgeben möchten, mit welchen Dimensionen sie es in ihrer Partnerschaft zu tun haben. Und genau da unterscheiden sie sich von Frauen, die einen Kerl wegen mangelnder Ausstattung verlassen: Sie sind verliebt. Mit Vorhaut und Haar. Sie sind glücklich mit dem was sie haben und möchten es mit nichts vergleichen. Schliesslich haben sie sich eines schönen Tages dazu entschieden, genau diese Beziehung einzugehen – im Wissen, was ihr Partner zu bieten hat. Meine weiblichen Quellen liessen allerdings auch verlauten, dass sie sich nicht dauerhaft auf einen Mann einlassen würden, der ihnen im Bett nicht genügt. Und ich persönlich würde das genauso wenig. Wir alle halten es für das Ehrlichste, mit offenen Karten zu spielen, uns monatelanges Rumprobieren und dem Gegenüber späteren Trennungsschmerz zu ersparen. Ein „Dein Schwanz ist zu klein“ kann also nur die billige Verschleierung einer vielleicht aufwändigeren aber ehrlichen Begründung für eine Trennung sein. Und die hat vielleicht mit dem wahren Problem zu tun. Und das rührt nicht vom kleinen Penis her, sondern vom winzigen Ego, das nicht selten direkt mit dem Gehänge zusammenhängt.
2013/01/18
Kletten, Schürzenjäger und wie Frau sie los wird
Frauen kennen das. Sie werden auf eindringliche Weise umworben, obwohl sie in vielen Fällen keinerlei Interesse am jeweiligen Verehrer haben. SMS, E-Mail, Social Networks – das alles ermöglicht Liebäuglern, mit uns in Kontakt zu treten und die Konfrontation zu suchen. Für gewöhnlich entledigen sich die Damen solcher unliebsamer Nachsteiger relativ schnell und zuverlässig, in mehr oder weniger damenhafter Manier. Es gibt aber Ausnahmefälle, in denen Frau gezwungen ist, das Gesicht zu wahren, weil sich die Anbändelungsversuche mit dem Arbeitsumfeld oder ähnlich überlebenswichtigen Konstellationen kreuzen. Dem Frieden zuliebe eine Zeit lang die diplomatischen Samthandschuhe zu tragen ist ratsam. Schliesslich hofft man noch immer auf die Möglichkeit, dass ein Interessent aus eigener Motivation wieder abspringt und sich neu orientiert. Tut er das nicht, wird es anstrengend. Das ganze Kein-Interesse-signalisieren, Auf-jede-Mehrdeutigkeit-achten und Kritik-aussen-vor-lassen ist auch für das geduldigste weibliche Wesen auf Dauer eine Zerreissprobe. Und weil sich das Gegenüber durch die ganze gespielte Freundlichkeit kaum mehr vom Gegenteil überzeugen lässt, nutzen wir seinen sehnlichsten Wunsch, um einen Totalschaden anzurichten. Wir stimmen einem persönlichen Treffen zu. Ein riskantes Unterfangen, aber es ist absolut notwendig. Ich rate aus mehreren Gründen von einem Treffen bei ihm zuhause ab. Im schlimmsten Fall wird man nämlich zu einer fiktiven Party in seiner Wohnung eingeladen, bei der uns ein mit Rosenblättern, Kerzen und Schokoherzen verzierter Tisch und ein aphrodisierendes Dinner bei schummrigem Licht erwarten. Also Finger weg! Ihr trefft euch mit dem zu entsorgenden Subjekt in einem neutralen Restaurant. Es darf nicht zu hübsch sein, aber gerade noch gemütlich genug, um eineinhalb Stunden sitzen zu bleiben. Wenn ihr nicht gesellschaftlichen Suizid begehen wollt, sollte es nicht euer Stammlokal sein. Es sei denn, die Kumpels sind eingeweiht und leisten ihren Beitrag zum Gelingen. Ihr wählt ein Outfit, das eure Problemzonen betont mit unpassenden flachen Schuhen und begrüsst euren Verehrer so neutral als möglich. Seid nicht unhöflich oder besonders abweisend. Das könnte ihn je nach Typ sogar noch mehr anstacheln. Tut einfach so, als wärt ihr natürlich. Wichtig: Ihr tut nur so! Lasst euch schon mal erzählen, was er trinken möchte. Bestellt er sich ein Bier, dann ordert ihr einen ungesüssten Kamillentee oder ein Glas Gratis-Leitungswasser. Wenn ihm nach einem gepflegten Latte ist, dann bestellt ihr euch ein Bier. Oder noch besser zwei. Wenn ihr es mit einem ruhigen und tiefgründigen Gegenüber zu tun habt, dann ärgert es mit Boulevard-Interview-Technik, bei der euch nur die Schlagzeile interessiert und alles andere redet ihr mit neuen Fragen tot. Ist der Verehrer von der angriffslustigen Sorte, dann rollt mit den Augen und tut so, als wärt ihr zu blöd, um seine Sprüche zu verstehen. Solltet ihr merken, dass sein Interesse rein sexueller Natur ist, dann tut irgendwas ekliges. Regelmässig Rotz hochziehen, euch überall kratzen oder auch schon mal auf den Boden spucken. Ein Trinkgeld fürs Personal wäre in diesem Fall angebracht. Im Allgemeinen gilt: Gebt wenig Tatsächliches von euch Preis, geht das Ganze mit dem Intellekt und Interesse eines Wischmobs an und zeigt, dass ihr auf keiner Ebene zu ihm passt. Nach eineinhalb Stunden – versprochen – dürft ihr wieder nach Hause gehen und selbst wenn er sagt, er würde sich melden, wird euch nie wieder belästigen.
Liebe Männer, wie viele miserable erste Dates hattet ihr schon? Gut möglich, dass dies alles zauberhafte Wesen waren. Sie waren einfach nicht an euch interessiert.
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